Frauensachen – das besondere am Frauenlauf

Männer laufen, Frauen laufen. Aber Männer und Frauen laufen nicht gleich! Die größten Unterschiede und wie Sie den Schritt zur Läuferin spielend schaffen.

Vor 50 Jahren glaubte die von Männern dominierte Sportwelt noch, Frauen seien körperlich nicht in der Lage, lange Strecken zu laufen. Deshalb durften sie im Wettkampf noch nicht mal einen Kilometer zurücklegen. 800 Meter waren noch in den 1960er-Jahren die längste Laufstrecke, die Frauen rennen durften.

Eine der ersten, die dennoch einen Marathon laufen wollte, war 1966 die US-Amerikanerin Roberta Gibb. Doch in Boston lehnte man ihre Anmeldung brüsk ab. Ein Jahr später wagte Kathrine Switzer den Aufstand. Sie meldete sich unter dem Namen K. V. Switzer an und durfte starten. Als Bostons Renndirektor Jock Semple während des Rennens den Schwindel bemerkte, versuchte er Switzer zu stoppen und von der Strecke zu drängen. Freunde der Läuferin hielten ihn aber davon ab. Die Aufnahme zählt bis heute zu den Ikonen der Laufsportfotografie. Kathrine Switzer beendete das Rennen nach 4:20 Stunden.

 

Solche Szenen sind heute undenkbar. Längst weiß man, dass Langstreckenläufe absolut keine gesundheitliche Gefahr für Frauen darstellen. Läuferinnen sind folglich auch nicht mehr von Läufen – egal über welche Distanz – ausgeschlossen. 1984 wurde erstmals ein Frauen-Marathon bei Olympia ausgetragen, heute stellen Frauen schon fast ein Drittel aller Finisher bei Laufveranstaltungen unterschiedlichster Streckenlängen. Eines steht aber auch fest: Frauen laufen anders als Männer. Und das aus ganz unterschiedlichen Gründen: Frauen haben andere körperliche Voraussetzungen und oft auch eine ganz andere Motivation.

Während Männer viele Trainingsläufe zu einem Wettkampf machen – gegen sich oder die Zeit – haben Frauen meist eher einen gesundheitsorientierten Ansatz. Es geht ihnen darum, sich gut zu fühlen, sich zu entspannen oder auch das eine oder andere Kilo zu verlieren. Oder eben einfach darum, Zeit mit der Freundin zu verbringen.

 

Frauen laufen seltener zu schnell

Frauen weisen deutlich weniger Muskelmasse auf als Männer. Man geht von 10 bis 30 Prozent aus. Hinzu kommt ein rund zehn Prozent höherer Körperfettanteil und eine niedrigere Maximalkraft. Frauen laufen auch langsamer als Männer. Und das ist gut so! In einer Studie der Deutschen Sport-hochschule fanden Wissenschaftler heraus, dass knapp 60 Prozent der Frauen beim Laufen unter der Schwelle blieben, an der Überanstrengung einsetzt, bei den Männern waren es nur knapp 41 Prozent. Das heißt aber nicht unbedingt, dass Frauen auch mit einem niedrigeren Puls unterwegs sind. Da sie ein kleineres Herz und kleinere Lungen haben, haben sie auch eine niedrigere maximale Sauerstoffaufnahme – und das Herz schlägt automatisch schneller. Frauen können daher in einem höheren Pulsbereich trainieren. Auch wenn Frauen wegen ihrer körperlichen Voraussetzungen eher langsamer als Männer laufen – Frauen haben auch einige Vorteile. Ihre Muskulatur und das Bindegewebe sind zum Beispiel viel dehnfähiger und Frauen dadurch beweglicher. Das Verletzungsrisiko sinkt.

Die Vorteile, die moderates Lauftraining mit sich bringt, sind einfach zu überzeugend, als dass man es sich weiterhin auf dem Sofa bequem machen sollte. Laufen ist gesund, lässt die Pfunde purzeln, baut Stress ab – um nur drei von vielen Gründen zu nennen, laufen zu gehen.

Wie Sie einen ersten Einstig zum Laufen finden, erfahren Sie hier.

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